Zwei-Klassen Regime in der Religionsausübung ?

Die Debatte zum Kopftuchverbot wird spannend fortgesetzt. Immer wieder gehen muslimische Frauen vor Gericht, um gegen ihre Arbeitnehmer zu klagen. Es wird ihnen verboten, ein Kopftuch am Arbeitsplatz zu tragen. Begründet wird das Ganze mit einer gewünschten Neutralität der Firma. Es stellt sich bei all dem die Frage, ob ein Verbot dessen ein zu großer Eingriff in die Reliogionsfreiheit eines Indivduums ist oder ob die Beeinflussung im öffentlichen, neutralen Raum, beispielsweise Grundschulen, zu groß ist.

Nicht nur von dem Einfluss auf seine Mitmenschen ist die Sprache, sondern auch von einer sogenannten „Neutralitätspflicht“ eines Staates. Besonders in Deutschland und Frankreich wird kontrovers diskutiert. Einst hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Firmen ihren Mitarbeiterinnen das Tragen des islamischen Kopftuches verbieten dürfen. Voraussetzung ist aber, dass weltanschauliche Zeichen im Unternehmen generell verboten sind und dass es gute Gründe gibt. Mittlerweile gibt es in Deutschland in acht Bundesländern Verbote, das Kopftuch im Schuldienst zu tragen. In diesem Zusammenhang müssen religiöse und feministische Aspekte beachtet werden: Wenn wir von dem feministischen Aspekten ausgehen, wird das Kopftuch in seiner Symbolik anders verstanden.

Es steht für die Unterdrückung der Frau. Frauenrechtlerinnen Wafa Sultan, Alice Schwarzer und Irshad Manji bezeichnen es als „Flagge des Islamismus“. Doch kann man sagen, dass bei jeder Frau das gleiche Motiv vorliegt ? Soziologin Gerdlin Friedrich weist hinzufügend noch auf einen sexuellen Hintergrund hin. Im Judentum und Christentum sei allgemeine Kopfbedeckung ein Zeichen für die Beziehung zu Gott. Jedoch zeige das Kopftuch im Islam die Geschlechterverhältnisse. Die Muslimin ist zum Tragen des Kopftuches bei Anwesenheit eines Mannes verpflichtet.

Im Islam gibt es jedoch große Unterschiede in der Ausübung religiöser Pflichten. Der Koran beinhaltet in Sure 2/256 eine Aussage: „In der Religion gibt es keinen Zwang“ in der besagt wird, dass jede muslimische Frau für sich selbst entscheiden kann, ob sie das Kopftuch für eine religiöse Pflicht hält. Äußerer Zwang diesbezüglich ist daher eher unzulässig; nichtdestotrotz existiert er – teilweise sogar, wie z. B. in Saudi-Arabien, von staatlicher Seite.

Wenn sich die Frau von ihrer Religion dazu aufgefordert fühlt, ein Kopftuch zu tragen, darf die Politik nicht in diese individuelle Entscheidung eingreifen.

Zu behaupten, dass man die Religionsfreiheit einer muslimischen Frau in Deutschland für die aus feministischer Sicht geforderten Befreiung der Frau aufwertet, ist schwierig. Freiheit für Freiheit ?

Es ist in einem demokratischen Land, das sich die Religionsfreiheit nahezu auf die Stirn schreibt, erwünscht, dass jede Frau, egal wo und wann, dazu berechtigt ist, ihre Religion frei leben zu können. Politisch da einzugreifen wäre auch einfach unfair, wenn der Firmenchef sein christliches Kruzifix im Büro an der Wand hängen lassen darf.

 

Quelle vom Bild: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/wie-erklaere-ich-s-meinem-kind/kindern-erklaert-warum-wir-ueber-kopftuecher-streiten-14926016.html

 

Kommentar verfassen