Was ist eigentlich aus Griechenland geworden?

Der Staat, der durch den Einbruch seiner Wirtschaft noch vor wenigen Jahren fast täglich in den Medien zu sehen war, kämpft heute immer noch sehr stark mit den Folgen der dadurch ausgelösten Finanzkrise.

Rückblick:

Wie konnte es überhaupt zur Griechenlandkrise kommen?

Viele zusammenhängende Gründe führten im April 2010 zum Ausbruch der griechischen Finanzkrise:

Das Hauptproblem war die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Griechen.
Das lag zum Einen daran, dass in Griechenland der Lohn eines Einzelnen für ein Produkt viel zu hoch war, im Gegensatz zu der Gesamtproduktivität. Dies kann wird mit den Lohnstückkosten berechnet, welche gleichzeitig auch als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes gelten. In Griechenland stiegen diese seit 1999 um 40%, da zum Beispiel zwischen 2005 und 2009 die Löhne um 4,1% stiegen, die Produktivität jedoch nur um 1,1%.
Zum anderen lag es daran, dass die außenwirtschaftliche Handelsbilanz viel zu einseitig zu Gunsten des Imports in Griechenland war. ( Zahlen ). Ein Grund dafür waren die zu wenigen Produkte, die im Ausland begehrt sind.
Um vernünftigere und komplexere wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen zu können, müssten die griechischen Regierungen jedoch nun mal kompetente Leute an wichtige Posten setzen und damit auch dem Klientilismus und der in Griechenland sehr beliebten Vetternwirtschaft ein Ende setzen. Denn dadurch seien nach dem österreichischem Ökonom Friedrich Schneider fast ein Viertel der Wirtschaftsleistung Griechenlands am Fiskus vorbeigelaufen.
Das letzte Problem war die immens große Steuerhinterziehung der griechischen Bevölkerung, was auch damit zusammenhing, dass die Haushaltsdaten nie von unabhängingen undd kompetenten Personen kontrolliert wurden.


Welche Hilfen hat Griechenland bis jetzt erhalten?

In drei Hilfspaketen wurden bislang mehr als 25o Milliarden Euro an Athen gezahlt.
Im ersten Hilfspaket wurden 2010 insgesamt 73 Milliarden von den Europartnern und dem IWF, dem Internationalen Währungsfonds, gezahlt. Danach wurde der sogenannte Euro-Rettungsschirm EFSF erschaffen, mit dem 130,9 Milliarden Euro an Grichenland gezahlt wurden. Zusätzlich hat der IWF 12 Milliarden Euro an Athen gezahlt. Das letzte Hilfspaket wurde durch den Rettungsschirm ESM im Jahr 2015 gezahlt. Es wird in mehreren Zahlungen durchgeführt, welche insgesamt bis zu 86 Milliarden Euro betragen sollen. Desweiteren erließen Banken und Versicherungen Griechenland insgesamt knapp 100 Milliarden Euro im Schuldenschnitt 2012.
Da jedoch die meisten Kredite eine Laufzeit von mehr als 30 Jahren betragen, kann es auch durchaus sein, dass die Gläubiger ihr Geld nicht mehr wieder bekommen werden.


Wie ist die heutige Situation Griechenlands?

Griechenlands Wirtschafr macht nur zähe Fortschritte.

Seit 2009 ist die Wirtschaftsleistung Griechenlands drastisch gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt, der Indikator für die Wirtschaftsleistung, ist fast um 25% zurückgegangen und die Inflationsrate hat 2010 ihren Höchstwert von 4,7% erreicht.
Durch einen starken Anstieg des Tourismus in Griechenland konnte dieser Rückwärtstrend zwar nicht gestoppt, aber vermindert werden, da dieser vor dem Export und der Industrie, welche ca. 15% und 13% des BIP erarbeitet haben, 18,5% zur Wirtschaftsleistung beigetragen hat.Trotzdem belief sich die Arbeitslosigkeit bei rund 24% und die Jugendarbeitslosigkeit bei rund 49%.
So kann man auch weiter davon ausgehen, dass Griechenland im Hinblick auf seine Wirschaft weiterhin nur geringe Verbesserungen erzielen wird und auch die Zukunft der Kredite für Griechenland offen bleiben.

Quellen: Auswärtiges Amt Spiegel Focus

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