Reicht der Numerus clausus ?

Abitur geschafft, was nun ? Man kann es kaum erwarten, das Studentenleben. Ein eigenes Leben führen, in WG, Wohnheim oder eigener Wohnung. Die Studentenpartys, die riesengroßen Bibliotheken. Die Bars und Kneipen, die überwältigenden Fakultäten. Nichtsdestotrotz muss jeder angehende Student eine Hürde überspringen. Nämlich die Aufnahme an einer guten Universität und den daraus erwarteten hohen NC-Schnitt. Die Hälfte aller Studiengänge sind zulassungsbeschränkt.

Etwas zum Numerus clausus

Es gibt viele Gründe für die Existenz eines hohen Numerus clausus. Zunächst kann nicht jede Universität unendlich viele Bewerber aufnehmen, aus finanziellen Gründen. Schließlich muss die Universität die Dozenten, die Ausstattung und das Lehrmaterial finanzieren. Das kann bei einem Studienfach wie Medizin viel kosten, besonders teuer ist dort das ganze Equipment für praktische Tätigkeiten. Zudem ist eine Universität ebenso ein Unternehmen, welches sich um seine wirtschaftliche Existenz kümmern muss. Somit kann man sagen, dass bei einem Nachfragemangel an einer Uni, der NC sinkt und wenn das darauffolgende Jahr, die Anzahl der Studenten wieder gestiegen ist, steigt auch wieder der NC. Somit hat der hohe NC- Schnitt nichts mit der Schwierigkeit des Studiums zu tun, sondern mehr mit dem Aufwand des jeweiligen Faches.

Man kann nicht vorhersagen, wie hoch der NC im Semester der eigenen Bewerbung sein wird, da das Verfahren jedes Semester neu startet. Eine Orientierung können die Schnitte der letzten Jahre sein. Außerdem ist die Attraktivität der Großstädte bedeutend, wenn es um die Auswahl der Stadt geht. Berlin und Hamburg sind aufgrund ihres vielfältigen Angebots für Studenten gefragt.

 

Jetzt noch Aufnahmetests ?

Mittlerweile sind Wartezeit und Abiturnote bei knapp jedem zweiten Studienfach nicht die einzigen Faktoren. Es existieren noch Aufnahmegespräche, Tests über Allgemeinwissen, Motivationsschreiben etc.  Die Bewerbung an Hochschulen hat gewisse Ähnlichkeiten mit der Bewerbung an Unternehmen. Auslandsjahre, Praktika, soziale Engagements werden positiv bewertet und mitberücksichtigt. Bei Aufnahmegesprächen bekommt man eventuell einen Artikel aus einer Fachzeitschrift passend zum Studienfach und muss diesen erläutern und zusammenfassen. Oder man muss erklären, wie man einen Streit in einer Arbeitsgruppe schlichten würde.

 

Ist das Ganze sinnvoll ?

Zunächst kann man sagen, dass es problematisch ist, wenn jede Uni ihre eigenen Ideale hat und den Wert auf etwas anderes legt. So muss der Abiturient einerseits Au pair in Frankreich gemacht haben, andererseits eine gute Abiturnote haben, an einer anderen Uni den Aufnahmetest bestehen. Viele angehende Studenten sagen, dass es zu viel Druck sei. Jetzt solle man nicht nur gut in der Schule sein, nein, man muss noch ins Ausland fahren. Nicht jeder kann sich ein Auslandsjahr leisten. Auch das beachten mittlerweile die meisten Universitäten und geben für diesen Aspekt weniger Punkte. Andererseits ist das eine gute Chance, sich bei einer weniger guten Abiturnote zu beweisen. Zudem sagt eine Note nicht viel über den Charakter einer Person aus. Es ist absurd zu denken, der angehende Student mit einem perfekten Wissen über die deutsche Geschichte, der Fähigkeit eine vierseitige Analyse über Goethes Faust perfekt zu verfassen und dem Beherrschen der binomischen Formeln, hätte sofort auch die pädagogischen Kompetenzen und Geduld eines Doktors. Bei einem Medizinertest, der an manchen Universitäten eingeführt wurde, ist es möglich seine Fähigkeiten nochmal speziell im Fach Medizin zu zeigen. Wenn eine Person nach dem Abitur ein Jahr lang auf einer Mango Farm in Australien arbeitet, sagt das mehr über den Charakter aus, als die 1 in Mathe.

Es ist wichtig, auch auf die Vielfältigkeit einer Person zu achten.

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