Polizeigewalt in Düsseldorf

Am 09.12.2016 kam es in Düsseldorf zu einer Auseinandersetzung zwischen Besuchern einer Party und der Düsseldorfer Polizei, bei der es zu Verletzungen und willkürlichen Festnahmen kam.

Unter dem Titel „Love & Solidarity“ fand am 09.12.2016 im Linken Zentrum auf der Corneliusstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt eine Party statt, deren Erlös u.a. Betroffenen von staatlicher Repression zugute kommen sollte.
An diesem Tag fand ebenfalls ein Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen den 1.FC Nürnberg statt.
Die Nürnberger Fans waren mit einem Sonderzug angereist; ihre Abreise war jedoch erst mehrere Stunden nach Spielende angesetzt, weshalb die Polizei es für sinnvoll erachtete, den Nürnberger Fans bis zu ihrer Abreise einen Aufenthalt in der Düsseldorfer Altstadt zu gewähren.


Als das letzte mal Nürnberger Fans in der Düsseldorfer Altstadt sich aufhielten, kam es zu massiven Ausschreitungen mit Sach- und Personenschäden. (http://www.derwesten.de/region/polizei-setzte-278-hooligans-fest-id7944695.html)
Die Gruppe „Ultras Düsseldorf“ rief daher auf ihrer Facebook-Seite dazu auf, die Altstadt zu „verteidigen“, also sich mit den Nürnberger Fans zu prügeln… (https://www.facebook.com/ultrasfortuna/posts/592835554237026)
Darauf reagierte die Polizei mit einem verstärkten Aufgebot an Bereitschaftspolizisten.
An diesem Abend blieb es in der Altstadt jedoch relativ ruhig, was bei dem ein oder anderen Polizisten vermutlich für Frustration sorgte, da ja die körperliche Auseinandersetzung ins Wasser fiel.
Es lässt sich nur mutmaßen, dass die an der Räumung des Linken Zentrums beteiligten Beamten zuvor in der Altstadt eingesetzt waren und nun hier ihren Kick in Form von Gewalt suchten; unwahrscheinlich ist es aber keineswegs.

Als in den frühen Morgenstunden nach Beschwerden wegen Ruhestörung bereits die Lautstärke auf ein Minimum reduziert wurde und die meisten Partygäste bereits gegangen waren, erschienen erneut Einheiten der Polizei auf der Party und begannen diese gewaltsam endgültig für beendet zu erklären. Nachdem unter Einsatz von Pfefferspray Personen aus den Räumlichkeiten des Linken Zentrums geprügelt wurden und sich im Innenhof ein Handgemenge geliefert wurde, kam es zu mehreren Festnahmen mit anschließender teils unmenschlicher Behandlung der Festgenommenen.

Ein Fotojournalist, der sich unmissverständlich als solcher zu erkennen gegeben hat, wurde zu Boden geworfen und mit auf die Wache genommen.
Eine Person, die ihren Unmut über diese Willkür zum Ausdruck brachte, wurde ebenfalls festgenommen und auf der Wache in der Gegenwart weiblicher Beamtinnen, die das Geschehen offenbar aus Langeweile beobachteten, zwecks einer Durchsuchung zur Entkleidung gezwungen.
Eine Frau, die versuchte, die Geschehnisse im Linken Zentrum mit der Kamera ihres Mobiltelefons festzuhalten, wurde daran ebenfalls gewaltsam gehindert, festgenommen und auf der Wache von Beamtinnen am Boden fixiert und ohne die Möglichkeit, dies selbst zu tun, entkleidet. Ein Besucher, der mehrere sichtbare Verletzungen im Gesicht davon trug, wurde trotz mehrfachem Bitten, einen Arzt zu sprechen, erst nach vier Stunden im Gewahrsam einem Arzt vorgestellt.
Etwa eine Stunde nach dem Erscheinen der Polizei wurde eine Person, die nicht auf der Party war und lediglich ihr Fahrrad im Hinterhof deponieren wollte, ohne Angabe von Gründen, zu einer Alkoholkontrolle und der Abgabe ihrer Personalien aufgefordert.
Obwohl das Ergebnis der Alkoholkontrolle unter dem Grenzwert lag und die Person insistierte, weder alkoholisiert, noch in den Konflikt im Linken Zentrum involviert zu sein, wurde sie zwecks einer Blutentnahme in Handschellen gelegt und mit auf die Wache genommen.
Hier sollte sie sich zur Durchsuchung entkleiden, was sie verweigerte.
Daraufhin wurde sie am Boden sitzend fixiert und unter Zwang, im Beisein eines männlichen Beamten, bis auf die Unterwäsche entkleidet, wobei eine beteiligte Beamtin den BH der Betroffenen zerriss.
Auf Protest gegen diese entwürdigende Behandlung reagierte die Beamtin mit Schlägen mit der flachen Hand ins Gesicht und drohte weitere Gewalt an, um die Betroffene zum Schweigen zu bringen.
Gegen acht Uhr wurde sie aus dem Gewahrsam entlassen; die angekündigte Blutentnahme wurde nicht durchgeführt.

Vorfälle wie dieser zeigen, dass es massive Probleme mit dem Polizeiapparat gibt.
Immer wieder kommt es zu Eskalationen, bei denen oft junge Bereitschaftspolizisten nicht das Ziel verfolgen zu scheinen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, sondern sich einfach nur prügeln wollen.
Ihrer Sache könnten sie sich nicht sicherer sein, da sie als Teil der Staatsmacht nahezu unantastbar sind und Anzeigen gegen Polizisten in den aller seltensten Fällen Erfolg haben.

Autor: Lurchi

Siebzehn Erdenjahre alt; Reptiloid; Resignierter Ultrá

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